„Fuchsbau“ – junge Menschen trauern anders

Leitbild Trauer-Fuchsbau

Junge Menschen haben ein Recht auf Information und ihren eigenen Trauerweg!
Der Fuchsbau ist ein Ort für Kinder und Jugendliche, die traurig sind, weil ein geliebter Mensch verstorben ist.

Kinder und Jugendliche werden in ihrer Trauer leicht übersehen, da sie ihre Trauer oft nur punktuell oder sprunghaft zeigen. So entsteht der Eindruck, sie hätten den Verlust gut verkraftet. Familienangehörigen oder anderen engen Bezugspersonen fehlt oft der Blick für die Gefühle der jungen Menschen, da sie selbst in ihrer Trauer festgehalten sind. Verlieren junge Menschen in dieser Lebensphase eine wichtige Bezugsperson, erfahren sie einen drastischen Einschnitt in ihr bisheriges Leben.

Nichts ist mehr so wie es war, das Leben muss völlig neu geordnet werden und die neuen, intensiven Gefühle machen Angst und überfordern. Junge Menschen nehmen sich in der Familie oft keinen Raum, ihr inneres Gefühlschaos zu zeigen, da sie die trauernden Erwachsenen nicht zusätzlich belasten wollen. Diese wiederum sind oft verunsichert und unwissend bzgl. der Trauer von Kindern und Jugendlichen und vermeiden die schweren Themen, um ihre Kinder zu schützen.

Unser Ziel

Mit dem Angebot des Fuchbaus gibt es eine Anlaufstelle für Fragen, Nöte, Unsicherheiten und Ängste, die Zeit und Raum gibt, um Erwachsene, Kinder und Jugendliche zu begleiten, aufzufangen und zu stärken.

Die jungen Menschen erleben mit dem Fuchsbau einen Ort, der sie in der Begegnung mit Gleichbetroffenen erfahren lässt, dass sie mit ihrem Schicksal nicht alleine sind, und dass der Austausch untereinander hilfreich ist. Junge Menschen dürfen in der Art, wie sie trauern, nicht bewertet werden. Sie benötigen Ermutigungen, ihre Trauer intensiv, ja „rücksichtslos“ auszuleben. Die Begleiter des Fuchsbaus machen ihnen Mut, ihren eigenen Trauerweg zu gehen, schenken ihnen Vertrauen und Hoffnung, bestärken sie darin, ihre Gefühle authentisch zu zeigen, um so letztlich ihr Selbstvertrauen neu zu stärken, und sie für den weiteren Lebensweg zu stabilisieren.

In Fachkreisen ist man sich schon lange einig, dass Kinder und Jugendliche nach einem Verlust so früh wie möglich Unterstützung brauchen, und mit einer gezielten Präventionsarbeit Folgeschäden vermieden werden können. Trauer ist im medizinischen Sinne keine Krankheit, kann aber sehr wohl bei Verdrängung zu posttraumatischen Belastungsstörungen führen und demzufolge krank machen.

Impressionen …

Inhalt der Trauerarbeit

Das Konzept des Fuchsbaus beinhaltet in der Einzel -und Gruppenarbeit, als auch in der Arbeit mit den erwachsenen Bezugspersonen einen begleitenden und keinen therapeutischen Ansatz.

Dabei lehren und leben wir in unserer Arbeit die Haltung der klientenzentrierten Methode nach Carl Rogers, die geprägt ist von Empathie, Kongruenz und bedingungsloser Wertschätzung.

Im aktiven Tun können die Kinder und Jugendlichen eine Möglichkeit finden, ihrer Trauer einen Ausdruck zu geben. Dabei bedeuten die Aktivitäten keine Ablenkung von der Trauer, sondern eine lebendige und individuelle Trauerbewältigung.

In der inhaltlichen Arbeit geht es um den Umgang und die Wahrnehmung der eigenen Gefühle, um die Stärkung des Selbstvertrauens, um das Recht auf Abschied und Aufklärung, um Veränderungen im eigenen Umfeld und um das Reflektieren alter und neuer Verhaltensmuster.

Die jungen Menschen haben dabei Begleiter an ihrer Seite, die ihnen respektvoll und achtsam zuhören und ihnen wertschätzend begegnen. So kann es gelingen, dass bei den Kindern und Jugendlichen behutsam ein neues Vertrauen in sich selbst und in das neue Leben wächst.

Um die Qualität der Arbeit im Mitarbeiterteam kontinuierlich zu gewährleisten, finden regelmäßige Supervisionen, sowie Fort- und Weiterbildungen statt. Der fachliche Austausch vertieft die eigene Kompetenz und trägt zur eigenen Psychohygiene bei.

Um das Anliegen des Fuchsbaus auch für alle relevanten Institutionen bekannt zu machen, die der gleichen Zielgruppe begegnen, pflegen wir eine intensive Vernetzungsarbeit mit Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden, Ärzten, Psychologen und Kinder- und Jugendhilfeträgern.